• Anna Püspök

Was in Krisen Halt gibt

Aktualisiert: 25. Juli 2019



Würden die vergangenen Wochen meines Lebens verfilmt werden, hätte ich die Goldene Himbeere für das schlechteste (weil unrealistischste) Drehbuch des Jahres fix in der Tasche.

Dabei hatte der Sommer in meiner Vorstellung wirklich toll ausgesehen. Ich hatte geplant, beruflich teilweise etwas kürzer zu treten, ein bisschen zu reisen und mich intensiv der Weiterentwicklung meines Spezialgebiets der Seelenkräuter zu widmen. Ich hatte vor, meine Homepage zu überarbeiten, um meine neuen Ideen auch nach außen sichtbar zu machen.

Jetzt ist schon fast Mitte August und ich habe praktisch nichts davon geschafft. Was passiert ist? Mir ist das Leben dazwischengekommen, das mir während der letzten Wochen ziemliche Brocken geschickt hat. Da es dabei auch um sehr private Bereiche geht, möchte ich an dieser Stelle nicht allzu sehr ins Detail gehen. Zusammengefasst war bzw. bin ich mit den folgenden Themen konfrontiert: Krankheit, Sorgen, Hilflosigkeit, Resignation, schwierige Entscheidungen, emotionale Überforderung, finanzielle Belastung, unerwartete Wendungen, organisatorische Herausforderungen und nebenbei den privaten und beruflichen Alltag stemmen, der ja auch noch da ist.

Also keine Spur von Inspiration und Kreativität. Wenn einem das eigene Leben gerade vorkommt wie ein ganz schlechtes Hollywood-Drama, geht es in erster Linie darum, diese Zeit möglichst unbeschadet zu überstehen und (auf gut Wienerisch) nicht völlig auszuzucken, bis das Leben wieder ruhigere Fahrwässer einschlägt.

Das ist ja leichter gesagt als getan. Aber wie schafft man das wirklich? Als ich vor ein paar Tagen im Stau gestanden bin, habe ich mir diese Frage auch gestellt: Was hilft mir eigentlich am meisten dabei, gerade in diesen Momenten, in denen ich am liebsten alles hinschmeißen würde, eben genau das NICHT zu tun?

Das Resultat sind die folgenden Punkte - mein persönlicher Survival Guide für turbulente Zeiten, den ich gerne mit dir teile.

Fokus, Fokus, Fokus.


In Krisen muss ich besonders gut mit meiner Energie haushalten. Dann versuche ich, noch mehr als sonst die Priorität auf die in diesem Moment wichtigen Dinge zu legen. Für Perfektionismus ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Daher ist meine Wohnung gerade nicht supertoll geputzt, manche berufliche To Dos auf später verschoben und auch einige private Vorhaben müssen warten.

Sich helfen lassen.


Niemand schafft alles alleine, vor allem nicht in Krisenzeiten. Wenn frau es gewohnt ist, stark zu sein und sich selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern, ist dieser Punkt aber besonders schwierig. Es kostet mich immer wieder Überwindung, Schwäche zu zeigen, mich Anderen „zuzumuten“ und um Hilfe zu bitten bzw. angebotene Hilfe anzunehmen. Aber ich merke auch, dass sich manches dadurch leichter anfühlt. Übrigens: Auch mir als Coach tut es sehr gut, mir selbst professionelle Unterstützung zu holen, um meine Gedanken zu sortieren und wieder klarer zu sehen.

Ein Schritt nach dem anderen.


Wenn ich mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig konfrontiert bin, habe ich schnell das Gefühl, vor einem unüberwindbaren Berg aus Problemen zu stehen. Dann versuche ich, nicht auf das große Ganze zu schauen, sondern mich nur auf den jeweils nächsten Schritt zu konzentrieren. Abends überlege ich also immer nur, was konkret am nächsten Tag zu tun ist, und denke nicht schon die nächsten Wochen voraus. Wichtige Dinge trage ich mir als Termin in meinen Kalender ein, um sie nicht zu vergessen.

Flexibel bleiben.


Immer wieder hatte ich in den letzten Wochen die Hoffnung, endlich das Gröbste geschafft zu haben, als dann schon wieder die nächste „Bombe“ daher gekommen ist. Gerade erst hatte ich mich auf die neue Situation eingestellt, und plötzlich war wieder alles anders. Manchmal war ich vor Frust und Enttäuschung nahe an der Resignation. Was mir dann aufgefallen ist: Mit den Umständen zu hadern kostet sehr viel Energie und ändert ja leider trotzdem nichts an der Situation. Die Gegenstrategie: Ich versuche, mich nicht mit "Hättiwari"-Gedanken aufzuhalten, sondern das, was ich selbst nicht beeinflussen kann, anzunehmen. Nicht im Sinne eines sich etwas Schönredens, sondern eher als „Es ist halt jetzt gerade so“. Dann brauche ich nämlich keine Kraft mehr, um darüber nachzudenken, wie es anders besser wäre, wenn es nun einmal nicht so ist.

Selbstfürsorge.


Das fällt mir besonders schwer, wenn ich in der Problemtrance feststecke und meine Gedanken kreisen. Aber gerade in Zeiten, die viel Kraft kosten, ist es wesentlich, gut auf sich zu schauen und auch wieder neue Energie zu bekommen. Darum versuche ich (manchmal muss ich mich richtig dazu zwingen), mir zwischendurch immer wieder selbst etwas Gutes zu tun, zum Beispiel mit einem Kinobesuch, einer Massage oder einem Picknick im Park, und – wichtig! – das dann auch ganz bewusst zu genießen. Auch wenn es nur 5 Minuten pro Tag oder ein paar Seiten eines guten Buchs vorm Schlafengehen sind. Das Problem läuft inzwischen ohnehin nicht weg (und falls doch, umso besser).

Nichts persönlich nehmen.


Wenn ich unter Druck stehe, ist mein Nervenkostüm dünn und mein Umfeld kann mir kaum etwas recht machen. Inzwischen kenne ich mich gut und weiß, dass in den meisten dieser Fälle eben genau das und nicht ein tatsächliches Fehlverhalten der anderen Person der Grund dafür ist, dass ich gereizt reagiere. Dieses Wissen hilft mir dabei, unnötige Konflikte zu vermeiden.

Tränen.


So oft war mir in den letzten Wochen einfach nur nach Heulen zumute. Wenn ich den Tränen freien Lauf lasse, anstatt sie zurück zu halten, merke ich, wie das Weinen meinem Körper hilft, Stress und Spannung abzubauen. Danach bin ich innerlich deutlich ruhiger.

Vertrauen.


Ich mache die Dinge am liebsten selbst und fühle mich für Vieles verantwortlich. Situationen, in den ich das Gefühl habe, irgendetwas tun zu müssen, aber de facto selbst kaum etwas zur Lösung beitragen kann, sind für mich besonders schwer auszuhalten. Ich fühle mich dann machtlos und gleichzeitig unter Druck. Um diese innere Spannung abzubauen, hilft mir ein spiritueller Zugang: Ich gebe die Verantwortung für eine Sache, die ich selbst nicht lösen kann, gedanklich an eine höhere Instanz ab. Für mich ist diese „Das Universum“, Andere nennen sie vielleicht „Schicksal“ oder „Gott“.

Pflanzen für die Seele.


Wie sehr Kräuter die Seele stärken können, spüre ich gerade wieder selbst. Passionsblumentee, Lavendelwasser und meine eigene SOS-Mischung aus ätherischen Ölen für starke Nerven helfen mir dabei, zur Ruhe zu kommen.

Perspektive.


Mein bisheriges Leben hat mir gezeigt, dass schwierige Phasen früher oder später immer ein Ende haben. Auch wenn es sich zwischendurch nicht so anfühlt: Es kommen definitiv auch wieder bessere Zeiten, und jede Krise war letztendlich auch immer eine Chance, aus der ich gestärkt hervorgegangen bin. Das mache ich mir immer wieder bewusst.


Was sind deine Strategien, um turbulente Zeiten zu überstehen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!


#Krise #Krisenbewältigung

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Mag. Anna Maria PÜSPÖK

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