• Anna Püspök

Dein Körper ist, was du denkst

Aktualisiert: 26. Juli 2019



Gedankenwolke

Vielleicht hast du das auch schon einmal erlebt: Du hast eine dringende Abgabefrist, ein Projekt, das unbedingt fertig werden muss, eine wichtige Präsentation, die du nächste Woche halten sollst, ein Chef, der dir im Nacken sitzt. Du läufst auf Hochtouren und plötzlich - wirst du krank. Normalerweise strotzt du nur so vor Gesundheit, aber genau jetzt, zum ungünstigsten Zeitpunkt, fesselt dich ein Virus ans Bett und verordnet dir, statt berufliche Erfolge zu feiern, für die nächsten Tage eine Zwangspause.

Was ist passiert? Du bist Zeugin oder Zeuge davon geworden, wie der Stress dein Immunsystem geschwächt und deinen Körper anfällig für Krankheiten gemacht hat. Aber warum ist das eigentlich so?

Die Wechselwirkung von Körper, Geist und Seele

Körper, Geist und Seele sind eng miteinander verbunden und befinden sich in ständigem Austausch miteinander. Dieses Wissen existiert in vielen Kulturen bereits seit Jahrtausenden. Wie stark diese Verbindung aber tatsächlich ist, das hat sich erst nach und nach durch zahlreiche sehr spannende Forschungsergebnisse gezeigt.

Vor allem das vegetative Nervensystem als Teil des zentralen Nervensystems in unserem Körper spielt bei dieser Verbindung eine wesentliche Rolle. Es ist für die Steuerung körperlicher Vorgänge verantwortlich, die wir nicht bewusst beeinflussen können, wie zum Beispiel Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel, aber auch die Organtätigkeit.

Das vegetative Nervensystem gliedert sich in 3 Teile:

  • Sympathisches Nervensystem, auch „Nerv der Erregung“ genannt

  • Parasympathisches Nervensystem, auch „Nerv der Ruhe“ genannt

  • Enterisches Nervensystem: das Nervensystem des Magen-Darm-Trakts, das ein vollkommen selbstständiges Regelsystem ist, allerdings durch Signale vom Sympathikus und Parasympathikus beeinflusst wird (manchmal auch als „Bauchhirn“ bezeichnet)

Nerv der Erregung und Nerv der Ruhe


Grafik zur Wirkung von Sympathikus und Parasympathikus

Der Sympathikus hat uns schon in der Steinzeit davor bewahrt, vom Säbelzahntiger oder anderen Jägern gefressen zu werden, da er eine Leistungssteigerung des Organismus bewirkt. Er versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft, bereitet ihn auf Angriff oder Flucht oder andere außergewöhnliche Anstrengungen vor.

Als „Nerv der Erregung“ ist er immer dann am aktivsten, wenn wir uns in einer Situation befinden, die wir als gefährlich einstufen. Heute ist das zwar nicht mehr der Säbelzahntiger, aber zum Beispiel die Überlastung am Arbeitsplatz, Beziehungsprobleme oder Existenzsorgen.

Wenn unsere Aufmerksamkeit weniger stark beansprucht wird und die (vermeintliche) Gefahrensituation vorbei ist, tritt der Parasympathikus, der „Nerv der Ruhe“ in den Vordergrund. Er sorgt für Entspannung und Regeneration. Ist er aktiv, können wir uns Dingen zuwenden, die nicht dem nackten Überleben dienen; kreatives Schaffen, Heilung, Genesung, Genuss.